Teppicharten

Welche Teppicharten gibt es? Vor- und Nachteile

26. Oktober 2021 11:53 Autor: Hinterlassen Sie einen Kommentar

Welche Teppicharten gibt es?

Teppich ist nicht gleich Teppich – sie unterscheiden sich durch die Art ihrer Herstellung und die verwendeten Materialien. Nicht allein die Optik entscheidet, mit welchem Teppich man einen Raum stilvoll und wohnlich gestalten möchte. Darüber hinaus sollte auch darauf geachtet werden, dass der Teppich bezüglich Strapazier- und Reinigungsfähigkeit auch zum Einsatzort passt.

In der nachfolgenden Aufstellung gibt es einen Überblick über die verschiedenen Teppicharten, ihre Herstellung und die dafür verwendeten Materialien.

Herstellungsarten von Teppichen

Webteppich

Eine der ältesten Techniken für die Verarbeitung von Wolle und Garnen ist das Weben. Dabei werden zwei Fadensysteme im rechten Winkel miteinander verkreuzt. Die vorgespannten, senkrechten Fäden werden „Kette“ genannt, die quer dazu eingeführten Fäden bezeichnet man als „Schuss“. Traditionell werden für diese Art der Teppichherstellung Webstühle verwendet. Heutzutage werden jedoch viele Teppiche maschinell gewebt.

Geknüpfter Teppich

Auch die Knüpftechnik ist eine sehr alte Technik. Nach demselben Prinzip wie beim Weben wird auf ein Grundgerüst aus Kettfäden das Garn in Reihen aufgeknotet und bildet so den Teppichflor. Die hauptsächlich verwendeten Materialien sind hier Wolle oder Seide. Je mehr Garnknoten sich in einer Reihe befinden, umso höher sind Qualität aber auch der Preis eines Teppichs.

Tuft-Teppich

Beim Tuft-Verfahren (englisch: to tuft = „mit Büscheln verzieren“) bringen Nadeln das sogenannte Polygarn in ein Grundgeweben ein. Von hinten wird das Garn wie bei einer Nähmaschine von Greifern festgehalten. So entstehen auf der Oberseite Schlaufen (Polnoppen). Damit das eingebrachte Garn im Gewebe festgehalten wird, wird auf der Teppichrückseite ein zweiter Rücken oder eine Latexschicht aufgebracht. Diesen Vorgang nennt man Kaschieren.

Bleiben die Schlingen bestehen, wird der Teppich als Schlingen- oder Loopteppich bezeichnet. Werden die Schlingen mit Messern aufgeschnitten, spricht man von Velours- oder Schnittflorteppichen. Durch unterschiedliche Höhen des Flors entstehen Muster im Teppich.

Die Teppicharten

Kelim-Teppich

Bei einem Kelim handelt es sich um einen handgewebten Orientteppich. Er ist flach gewebt und besteht meist aus Wolle. Dadurch hat er eine eher glatte Oberfläche und wiegt wenig. Durch eine besondere Webtechnik bildet der Schussfaden des Kelims das Teppichmuster auf beiden Seiten. Er ist also beidseitig verwendbar. Darüber hinaus ist er gut zu reinigen.

Shaggy-Teppich

Ein Shaggy- oder auch Flokati-Teppich besitzt einen sehr kuschligen und üppigen Flor. Seinen Namen hat er vom englischen Wort „shaggy“, das am besten mit „zottelig“ oder „struppig“ übersetzt werden kann. Durch die Verwendung unterschiedlicher Materialien gibt es zum Teil große Unterschiede in Qualität und Preis. Denn für einen Shaggy kann sowohl wertvolle Wolle als auch günstige Kunstfaser verwendet werden. Darum ist auch die Preisspanne im großen Teppichangebot dieser Kategorie sehr weit.

Trotz des Charmes, den ein Shaggy-Teppich in einem Raum versprühen kann, sollte immer bedacht werden, dass er aufgrund der langen Fasern nur sehr schwer zu reinigen ist. Ein handelsüblicher Staubsauger kann nicht bis auf das Grundgewebe durchdringen. Entsprechend sollte der Einsatzort gewählt werden und der Teppich regelmäßig einer professionellen Reinigung unterzogen werden.

Seidenteppich

Seidenteppiche sind sehr wertvoll, denn für ihre Herstellung wird das aus dem Kokon der Seidenraupe gewonnene Material verwendet. Liebhaber schätzen den natürlichen Glanz der Seide und sind bereit, dafür mehr Geld auszugeben. 

Die Verwendung des Rohmaterials Seide bringt es jedoch mit sich, dass sie sehr empfindlich und nur schwer zu reinigen sind. Denn Seidenteppiche vertragen keine Feuchtigkeit. Darum sollten sie keinen starken Beanspruchungen ausgesetzt werden und sind für Räume wie Flur, Küche oder Kinderzimmer gänzlich ungeeignet.

Schurwollteppich

Großer Beliebtheit erfreuen sich Schurwollteppiche durch ihre angenehme Wärmewirkung. Darüber hinaus besitzt die Schurwolle schmutzabweisende Eigenschaften und die Teppiche laden sich nicht elektrostatisch auf. 

Zu beachten ist, dass sich die Bezeichnung Schurwolle nur auf Wolle bezieht, die von einem lebenden Schaf geschoren wurde. Teppiche aus dieser Wolle tragen das international gültige Siegel „Woolmark“.

Kunstfaserteppich

Kunstfaserteppiche bestehen auf chemisch hergestellten Fasern wie Polyamid, Polyacryl und Nylon. Diese Fasern lassen sich gut färben und leicht verarbeiten. Teppiche aus diesen Materialien sind robust und unempfindlich. Als Einsatzort kommen darum vor allem Küchen, Bad, Flur oder auch im Außenbereich in Frage. Um Stromstöße durch elektrostatische Aufladung an Türklinken u.ä. zu vermeiden, sollten die Teppiche ableitfähig sein.

Baumwollteppich

Baumwollteppiche zählen zu den unkomplizierten Begleitern im Haus. Aufgrund der Baumwolle sind sie besonders pflegeleicht und können auch in der Waschmaschine gewaschen werden. Damit sind sie auch für Allergiker gut geeignet. Da sich Baumwolle leicht färben und verarbeiten lässt, gibt es sie in vielen Mustern und Ausführungen für jeden Geschmack und jedes Zimmer.

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